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Union und SPD feiern Kurswechsel - Wirtschaftsinstitut und Verbraucherzentrale warnen vor KostenHeizgesetz-Reform: Experten stützen Kritik der Grünen am Regierungsentwurf

26.02.2026, 16:12 Uhr
<p>Redaktion</p>
Nach der Vorstellung der Eckpunkte zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) am 25. Februar 2026 zeigt sich eine Kluft zwischen der schwarz-roten Bundesregierung und fachlichen sowie politischen Kritikern. Während die Regierungsparteien die Rücknahme strenger Vorgaben als Befreiungsschlag für Hauseigentümer werten, sehen das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und die Verbraucherzentrale Bayern darin ein riskantes finanzielles Experiment. Die […] © Symbolbild

Nach der Vorstellung der Eckpunkte zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) am 25. Februar 2026 zeigt sich eine Kluft zwischen der schwarz-roten Bundesregierung und fachlichen sowie politischen Kritikern. Während die Regierungsparteien die Rücknahme strenger Vorgaben als Befreiungsschlag für Hauseigentümer werten, sehen das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und die Verbraucherzentrale Bayern darin ein riskantes finanzielles Experiment. Die Neuregelung beendet die 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien und setzt stattdessen auf Technologieoffenheit.

Die Eckpunkte: Freiwilligkeit statt „Heizungs-Zwang“

Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz sieht vor, dass bestehende Öl- und Gasheizungen unbefristet weiterbetrieben werden dürfen. Beim Austausch einer Anlage entfällt die bisherige Pflicht, überwiegend erneuerbare Energien zu nutzen. Die Beratungspflicht beim Einbau einer neuen Heizung soll entfallen. Stattdessen wird eine Grüngasquote eingeführt: Wer weiterhin fossil heizt, muss künftig einen steigenden Anteil an Bioöl, Biogas oder Wasserstoff beimischen.

Zudem wird die kommunale Wärmeplanung entbürokratisiert, wovon insbesondere Gemeinden unter 15.000 Einwohnern durch eine Reduzierung des Planungsaufwands um bis zu 80 Prozent profitieren sollen.

Der Gesetzesentwurf muss noch vom Bundestag verabschiedet werden, damit das Gesetz wie geplant zum 1. Juli 2026 in Kraft treten kann.

Niederbayerische CSU-Bundestagsabgeordnete erklären Ende des „Hineinregierens“ in Heizungskeller

Der niederbayerische CSU-Bundestagsabgeordnete Günter Baumgartner begrüßt die Reform in einer Pressemitteilung als Einlösung eines zentralen Wahlversprechens der CSU. „Das Habecksche Heizgesetz ist Geschichte. Das Hineinregieren in den Heizungskeller ist vorbei“ betont Baumgartner und fügt hinzu, dass nun wieder auf das Vertrauen in die Bürger gesetzt werde, die selbst am besten wüssten, welche Heizung in ihr Haus passe.

Auch die CSU-Bundestagsabgeordneten Thomas Erndl und Hans Koller erklärten via Social Media, dass damit ein zentrales Versprechen für mehr Flexibilität und Investitionsfreundlichkeit eingelöst wurde.

MdB Marlene Schönberger warnt vor steigenden Kostenbelastungen

Harte Kritik kommt von der niederbayerischen Bundestagsabgeordneten Marlene Schönberger (Bündnis 90/Die Grünen), die von einem „fatalen Rückschritt“ spricht und vor gravierenden Folgen für Verbraucher, Handwerk und Klimaschutz warnt. Sie wirft der Koalition in einer Pressemeldung vor, Haushalte in eine „teure Gaskostenfalle“ zu treiben. Die geplanten Regelungen, nach denen bis zu 65 Prozent der neu eingebauten Heizungen weiterhin fossil betrieben werden dürfen, konterkarieren laut Schönberger die Klimaziele und verschärfen die soziale Ungleichheit, da einkommensschwache Familien besonders betroffen seien.

Die Grünen-Politikern kritisiert: „CDU und SPD haben heute dokumentiert, dass ihnen Klimaschutz vollkommen egal ist. Statt sozial gerechte Lösungen für klimafreundliche Heizsysteme zu fördern, wird eine teure Gaskostenfalle geschaffen.“

Verbraucherzentrale Bayern warnt vor mangelnder Kalkulierbarkeit

Die Verbraucherzentrale Bayern sieht die angekündigte Reform kritisch und warnt vor einer trügerischen Sicherheit für die Bürger. Sigrid Goldbrunner, Referatsleiterin für Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit, betont, dass die mögliche Abschaffung der 65-Prozent-Vorgabe die Verbraucher zusätzlich verunsichere.

Da die künftigen Betriebskosten für fossile Heizungen aufgrund steigender CO2-Preise und Netzentgelte kaum kalkulierbar seien, rät die Zentrale dringend dazu, trotz entfallender Beratungspflicht individuelle Expertenmeinungen einzuholen und bestehende Förderungen für Wärmepumpen genau zu prüfen.

Institut der deutschen Wirtschaft prognostiziert Belastungen für Haushalte und Industrie

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) bewertet die Reform als Schritt in die falsche Richtung und gefährden sowohl die Klimaziele als auch die Sozialverträglichkeit der Wärmewende. Laut IW-Berechnungen könnten die jährlichen Gaskosten für einen Zwei-Personen-Haushalt bis zum Jahr 2035 um rund 350 Euro steigen, da Haushalte mit der Industrie um knappes und teures Grüngas konkurrieren müssten. Auch für Industrieunternehmen würden die Kosten durch diese Ineffizienz deutlich wachsen. Das Institut kritisiert, dass das Gesetz ein falsches Signal an Immobilieneigentümer sende, da fossile Heizungen zwar attraktiver erscheinen, aber ein hohes Preisrisiko durch CO2-Bepreisung und Gasimporte bergen.

Das IW äußert sich kritisch: Mieter mit geringem Einkommen stehen vor einer großen Herausforderung, da ihnen der Umstieg auf alternative Heizformen erschwert wird. Wer weiterhin Gas nutzt, droht in eine Kostenfalle zu tappen. Verantwortlich dafür sind drei Faktoren: steigende CO₂-Abgaben, höhere Netzentgelte und die teure Umsetzung der Grüngasquote.

Dieser Beitrag basiert auf einer Pressemeldung.

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