Hohenau / Niederbayern. Anlässlich des Welt-HPV-Tags am 4. März macht die Hohenauerin Birgit Weinert auf die Risiken von Humanen Papillomviren aufmerksam. Als Botschafterin der Bayerischen Krebsgesellschaft teilt die 47-Jährige ihre persönlichen Erfahrungen, um die Prävention im ländlichen Raum zu stärken. Ziel ist es, das Bewusstsein für Impfungen und regelmäßige Untersuchungen in der Region zu schärfen.
Wissenslücken und Tabus im ländlichen Raum
Humane Papillomviren (HPV) sind weit verbreitet und können verschiedene Krebsarten auslösen. Neben Gebärmutterhalskrebs gehören dazu auch Krebserkrankungen im Mund-Rachen-Raum sowie im Anal- und Genitalbereich. Laut Weinert wird das Thema außerhalb von Großstädten häufig noch tabuisiert und zu selten sachlich in der Öffentlichkeit besprochen.
Defizite bei Informationsangeboten im Landkreis Freyung-Grafenau
Die Botschafterin stellt Unterschiede in der Informationsdichte zwischen Stadt und Land fest. Während in Ballungszentren regelmäßig Informationsveranstaltungen und Impftage stattfinden, fehle es in ländlichen Regionen an vergleichbaren Formaten. Eigene Vorstöße bei zuständigen Stellen im Landkreis Freyung-Grafenau hätten ergeben, dass der Fokus derzeit primär auf der schulischen Aufklärung liege, was aus Sicht von Weinert allein nicht ausreicht.
Vorsorge als entscheidender Faktor
Ihre eigene Krankheitsgeschichte unterstreicht die Notwendigkeit regelmäßiger Kontrollen. Bei Weinert wurden zweimal hochgradige Krebsvorstufen durch Vorsorgeuntersuchungen entdeckt, bevor Symptome auftraten. Sie betont, dass die heutige Generation durch die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene Impfung für 9- bis 14-Jährige ein geringeres Risiko trägt als zu der Zeit ihrer ersten Diagnose im Jahr 2001.
HPV betrifft alle Geschlechter
Ein zentrales Anliegen der Botschafterin ist die Aufklärung darüber, dass HPV kein reines Frauenthema darstellt. Auch Männer können Überträger sein und an durch das Virus verursachten Krebsarten erkranken. Weinert verweist für Informationen auf die Bayerische Krebsgesellschaft, das Robert Koch-Institut sowie Ärztinnen und Ärzte vor Ort – von gynäkologischen Praxen über Kinder- und Jugendärzte bis zu Hausärzten, Urolog:innen und HNO-Ärzt:innen. Aktuell arbeitet sie zudem an einem Buchprojekt, um medizinisches Wissen zur HPV-Prävention verständlicher zu vermitteln.


