Bayerbach. Wenn ein 28-Meter-Baum auf einem Oldtimer-Traktor an einem vorbeizieht, dann weiß man in Bayerbach: Der Maibaum kommt – und viele im Ort sind auf den Beinen. Am Freitagmittag, den 1. Mai 2026, war es wieder so weit. Der Dorfplatz verwandelte sich in ein Festzentrum für Jung und Alt.
Handarbeit von Anfang an
Schon am frühen Morgen ging es dem stolzen Baum an den Kragen – oder besser gesagt: an die Rinde. Während der Stamm frisch gefällt wurde, übernahmen einige Kinder des Dorfes das Kommando und schälten die Rinde mit vollem Eifer ab.
Gegen 12:30 Uhr folgte der große Auftritt: Begleitet vom Skiclub Bayerbach und den gut gelaunten Mitgliedern von „Tante Emmas Supertruppe“ (T.E.S.T.), rollte das Prachtstück auf einem historischen Traktor Richtung Dorfplatz. Dort wartete bereits eine begeisterte Menschenmenge auf das Spektakel.
Bürgermeister im „Zweitjob“
Mitten im Geschehen: Der CSU-Bundestagsabgeordnete Günter Baumgartner. Doch wer politische Reden erwartete, lag falsch. In seiner Funktion als Bürgermeister von Bayerbach konzentrierte er sich auf das Wesentliche: Er versorgte die durstigen Helferinnen und Helfer mit kühlen Getränken, hielt hier und da einen Plausch und mischte sich unters Volk.
Während die Frauen von T.E.S.T. den Baum fachmännisch schmückten und die Männer die letzten Sicherheitsvorkehrungen trafen, stieg die Spannung – und die Temperatur. Bei strahlendem Sonnenschein und rund 20 Grad herrschte am Essens- und Getränkestand Hochbetrieb, was die Wartezeit auf den schweren Kran sichtlich verkürzte.
Millimeterarbeit am Himmel
Um kurz nach 14 Uhr wurde es ernst. Unter den wachsamen Augen der Feuerwehr Bayerbach, die das Areal absperrte, hob der Kran den Riesen Stück für Stück in die Senkrechte. Als der Baum schließlich schnurgerade stand, hallte kräftiger Applaus über den Platz.
Den finalen Schliff gab die Feuerwehr Bad Birnbach: Mit der Drehleiter wurde das Ortstaferl am Maibaum montiert. Ein besonderer Dank galt der Stifterin des Baums, Gemeinderätin Bianca Rems.
Ein sonniger Ausklang mit Folgen
Nach der Pflicht kam die Kür. Bei Musik und bester Laune wurde bis 21 Uhr gefeiert, gelacht und die Gemeinschaft genossen.
Dass die Sonne an diesem Tag alles gab, merkten viele erst am nächsten Morgen: Während der Maibaum nun kerzengerade den Platz ziert, tragen einige Anwesende als Erinnerung an den geselligen Tag einen Sonnenbrand spazieren.
Der Fahrplan für den Baum
Wer ein Auge auf das Prachtstück geworfen hat, sollte sich das zweitägige Fest des Skiclubs im Sommer am Dorfplatz vormerken – dort wird der Maibaum nämlich offiziell verlost. Im Herbst heißt es dann aber schon wieder „Abschied nehmen“, denn der Platz am Marktplatz ist bereits fest für den Christbaum reserviert. Man gönnt dem Dorfplatz eben keine Pause!
Impressionen des Tages
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