Eggenfelden / Wurmannsquick. Mit einem offiziellen Spatenstich haben die Gemeindeoberhäupter von Eggenfelden und Wurmannsquick gemeinsam mit der Bayernwerk Netz den Startschuss für ein bedeutendes Infrastrukturprojekt gegeben. Rund 6 Millionen Euro fließen in die Verstärkung des Stromnetzes zwischen den beiden Kommunen. Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden Investitionsprogramms für das Jahr 2026.
Ausbau der Kapazitäten für die regionale Energiewende
Hintergrund der Baumaßnahme ist die wachsende Menge an dezentral eingespeister Energie. Laut Fabian Brunner, Leiter des Bayernwerk Netz-Kundencenters Eggenfelden, ist ein leistungsstarkes Netz die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Verbindung von Erzeugung, Verbrauch und Speicherung.
Das Stromnetz im Bereich des Kundencenters Eggenfelden wird massiv durch regenerative Energien geprägt: Über 45.000 Photovoltaik-Anlagen liefern eine Gesamtleistung von 1.125 MW – vergleichbar mit einem großen Kohlekraftwerk.
Hinzu kommen rund 500 weitere Anlagen (u. a. Biogas und Blockheizkraftwerk), sodass die installierte Gesamtleistung zum 1. April 2026 bei 1.842 MW liegt. Diese Kapazität reicht rechnerisch aus, um 167.000 Elektrofahrzeuge simultan zu laden.
Technische Umsetzung und Erneuerung der Infrastruktur
Auf einer Strecke von 14 Kilometern wird ein neues Erdkabel vom Umspannwerk Eggenfelden bis nach Wurmannsquick verlegt. Die Arbeiten werden von den Fachfirmen Max Streicher und Kroiss Bohrtechnik ausgeführt, wobei vier Spülbohrungen zum Einsatz kommen.
Parallel zur Kabelverlegung werden fünf bestehende Ortsnetzstationen digital aufgerüstet und vier neue, intelligente Anlagen installiert. Nach Abschluss der Arbeiten soll die neue Verbindung die bisherige Freileitung vollständig ersetzen.
Bedeutung für die lokale Wirtschaft und Versorgung
Bürgermeister Martin Biber sieht in der Maßnahme einen wichtigen Baustein zur Stärkung der regionalen Energieversorgung. Auch die stellvertretende Bürgermeisterin von Wurmannsquick, Renate Mooser, betont, dass durch das Projekt notwendige Kapazitäten für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien im Landkreis geschaffen werden.
Das Bauvorhaben ist eingebettet in ein 100 Millionen Euro schweres Gesamtprogramm des Bayernwerk Netz-Kundencenters Eggenfelden für das laufende Jahr.
Zeitplan und Auswirkungen auf die Bürger
Die Bauarbeiten werden voraussichtlich bis November 2026 andauern. Sobald die Inbetriebnahme der neuen Leitung erfolgt ist, beginnt der Rückbau der alten Freileitungsmasten.
Während der Bauphase kann es punktuell zu Beeinträchtigungen im betroffenen Bereich kommen. Die Verantwortlichen bitten die Anwohner hierfür um Verständnis.
Baustelleninformation. V.l.: Maximilian Schmauß, Fabian Brunner und Armin Krause von der Bayernwerk Netz GmbH mit Martin Biber (Bürgermeister Eggenfelden) und Renate Mooser (Stellvertretende Bürgermeisterin Wurmannsquick).
