Passau. Die Universität Passau öffnete Ende März erneut ihre Türen für die klügsten Köpfe der niederbayerischen Gymnasien. Im Rahmen der zwölften Talentwerkstatt erhielten rund 40 Schülerinnen und Schüler der neunten Jahrgangsstufe die Gelegenheit, einen Tag lang in den wissenschaftlichen Betrieb einzutauchen.
Einblicke in die Welt der Wissenschaft
Der Tag startete am 23. April 2026 mit einer Begrüßung durch den damaligen Universitätspräsidenten Prof. Dr. Ulrich Bartosch. Er gab den Jugendlichen persönliche Einblicke in seinen Werdegang und motivierte sie, ihre Fähigkeiten als künftige Akteure der Gesellschaft aktiv einzubringen. Auch Andreas Zenker vom Büro des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Niederbayern betonte die langjährige Kooperation.
Die Universität liefert seit über zehn Jahren ein hervorragendes Programm an Vorträgen, Campusführungen und Möglichkeiten zum persönlichen Austausch für talentierte Schülerinnen und Schüler, erklärte Zenker. Er zeige sich dankbar für die enge Zusammenarbeit, die maßgeblich zur Gestaltung der Talentwerkstatt beitrage.
Von künstlicher Intelligenz bis hin zur Rechtswissenschaft
Das Programm deckte ein breites Spektrum ab. Den Auftakt machte der Politologe Dr. Michael Weigl mit einer Analyse über Machtstrukturen in demokratischen Systemen und zeigte die Komplexität von Politik in Demokratien im Kontext aktueller weltpolitischer Entwicklungen auf.
Direkt im Anschluss beschäftigte sich Prof. Dr. Annette Hautli-Janisz mit einer Frage, die wohl viele im Saal brennend interessierte: Kann ChatGPT wirklich meine Hausaufgabe machen?
Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa und einer Führung über das Gelände ging es statistisch weiter. Prof. Dr. Stefan Bauernschuster referierte über den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität am Beispiel der Frage, ob Störche die Kinder bringen.
Den Abschluss bildete eine juristische Fallanalyse von Prof. Dr. Thomas Kuhn, der einen Sturz im Kaufhaus zivilrechtlich unter die Lupe nahm.
Förderung über zwei Jahre
Die Talentwerkstatt ist Teil eines Konzepts des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus. Die Auswahl der Teilnehmenden erfolgt nicht allein durch schulische Leistungen. Auch überdurchschnittliches gesellschaftliches Engagement sowie musisch-ästhetische Begabungen spielen eine Rolle, wenn die Gymnasien ihre Vorschläge einreichen.
Die Jugendlichen werden über einen Zeitraum von zwei Jahren zu insgesamt vier Seminaren eingeladen. Ziel ist es, methodische, soziale und persönliche Kompetenzen an verschiedenen Standorten in Niederbayern zu vertiefen. Neben der Universität Passau sind hierbei auch die Hochschulen in Landshut und Deggendorf sowie die Hans-Lindner-Stiftung in Arnstorf beteiligt.
